Der aktuelle Wochenbrief direkt aus der Seminarkapelle

26. November 2022
Quelle: fsspx.news

Liebe Gläubige,

die Kraft und Würde, die einer heiligen Messe innewohnen, sind unendlich. Sie ist nämlich die unblutige Erneuerung des Kreuzesopfers Christi. Wie das Kreuzesopfer einen unendlichen Wert in Bezug auf die Erlangung von Verdiensten und Genugtuungen hatte, so das Messopfer in Bezug auf ihre Zuwendung.

Dennoch sind wir, was uns selbst betrifft, immer begrenzt und können deshalb niemals alle Gnaden fassen, die uns das heilige Messopfer zuwenden könnte. Auch wenn die Sonne genügend Kraft hätte, weit mehr als die ganze Erde zu erhellen und zu erwärmen, so gibt es dennoch genügend Kälte und Dunkelheit, weil Vieles von der Sonne abgewendet ist oder Hindernisse ihr den Weg versperren. In ähnlicher Weise hängt sehr viel von unserer Empfänglichkeit ab, wie viel wir von einer heiligen Messe mitnehmen können.

Der unendliche Wert des heiligen Messopfers

Insofern die heilige Messe das Selbstopfer Christi ist, bewirkt sie unfehlbar einen Akt der sühnenden Anbetung und Danksagung von unendlichem Wert. Sie schenkt Sündern die Gnade der Reue, wenn sie sich gegen diese Gnaden nicht versperren und lässt zeitliche Sündenstrafen nach, bei den Lebenden in dem Maß, in dem sie dafür empfänglich sind, bei den armen Seelen wahrscheinlich in dem Maß, in dem sie zum Zeitpunkt ihres Todes dafür empfänglich waren. Auf diese Weise kann eine heilige Messe also mehr Gutes bewirken als alles andere, das wir tun könnten in der Welt.

Von den Früchten der heiligen Messe gibt es nicht nur jene, die allgemein der Gesamtkirche und jedem einzelnen ihrer Glieder zufliessen. Es gibt auch eine persönliche Frucht, die jedem zuteilwird, der die heilige Messe besucht. Darüber hinaus gibt es auch eine besondere Frucht, die der Priester durch seine persönliche Intention zuwenden kann, meist unter Entgegennahme eines Stipendiums. Nach vielen Theologen ist auch diese Frucht der heiligen Messe ihrer Kraft nach unbegrenzt. Wenn eine Empfänglichkeit dafür besteht, können wir also auch durch die Messintention, die wir einem Priester übergeben, mehr bewirken als durch jedes andere gute Werk. Bezüglich der Messstipendien wurden ab dem beginnenden Kirchenjahr vom Distriktoberen neue Regeln festgesetzt, über die ich Sie informieren möchte:

Messstipendien

Üblicherweise erhält ein Priester für eine hl. Messe eine finanzielle Unterstützung, die auch „Messstipendium“ genannt wird. Das Messstipendium ist kein Preis für die Messe, die aufgrund des unendlichen Wertes des hl. Opfers unbezahlbar ist, sondern ein Almosen zur Unterstützung des Lebensunterhaltes des Priesters. Im Gegenzug opfert der Priester, der das Stipendium erhält, die Messe in den vom Bittsteller angegebenen Anliegen auf, d. h. dieser wird der sog. „besonderen Frucht der hl. Messe“ teilhaftig.

Bitte werfen Sie keine anonymen Umschläge mit Messstipendien in unsere Briefkästen, sondern wenden Sie sich persönlich an den Priester in Ihrer Gemeinde. Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass ein Priester manchmal keine zusätzlichen Messintentionen annehmen kann, wenn er nämlich schon für mehrere Monate eingedeckt ist.

Eine andere Möglichkeit ist, dass Sie sich an den Distriktsitz wenden. Der Distrikt gibt die Messintention dann an einen Priester weiter, der in dem Anliegen eine persönliche hl. Messe lesen wird. (Im Priesterseminar Herz-Jesu dürfen Sie sich auch an die Pforte wenden, um dort Messintentionen abzugeben.)

Die Messstipendien sind auf folgende Beträge festgelegt:

    • Stipendium für eine hl. Messe: 20,- €

    • Stipendium für Messnovene für Verstorbene (9 hl. Messen an   

      aufeinanderfolgenden Tagen): 200,- €

    • Stipendium für Gregorianische Messe für Verstorbene (30 hl. Messen an

      aufeinanderfolgenden Tagen): 800,- €

Mit priesterlichem Segensgruß

P. An​dre​as Jei​nd​l