Der aktuelle Wochenbrief des Seminars

05 Oktober, 2019
Quelle: Seminary Zaitzkofen

                                                           15/2019

                                                                                             13. 10. 2019

Liebe Gläubige,

in der katholischen Kirche hat es zu allen Zeiten gewisse Zeichen ihrer Göttlichkeit gegeben. Es geschahen viele Wunder, die selbst von den erbittertsten Ungläubigen nicht abgestritten werden könnten, vorausgesetzt, sie würden es wagen, sich mit den unwiderleglichen Beweisen für die Tatsache dieser Wunder auseinanderzusetzen.

 

Wunder in Lourdes

Man denke nur an die über 60 von der Kirche anerkannten Wunderheilungen in Lourdes. Manches Buch wurde schon gegen ihre Glaubwürdigkeit geschrieben, dennoch waren die Autoren nicht dazu bereit, die Einladung des Ärztebüros in Lourdes anzunehmen, die ärztlichen Bescheinigungen und amtlichen Schreiben, welche die wunderbaren Heilungen beweisen, anzusehen. Viel zu überwältigend wäre diese Fülle von unerklärlichen Tatsachen, die mehr als gebührlich festgestellt und überprüft worden sind, manchmal sogar von mehr als 100 Ärzten, von denen die meisten gar nicht an Wunder glauben wollten. Der Mediziner und Nobelpreisträger Alexis Carrel, der in Lourdes Augenzeuge eines erstaunlichen Wunders wurde und dadurch zum Glauben kam, erklärte, dass die Wunderheilungen in Lourdes eine Tatsache sind, an der jede Leugnung zerschellt. Es sei hier das Buch von Dr. Alphonse Olivieri empfohlen, der als  Präsident des Ärztebüros von Lourdes 18 Fälle von den kirchlich anerkannten Heilungen genau dokumentiert.

 

Konkurrenzlose Beweise

Auch wenn es andere Religionen und Konfessionen gibt, welche Wunder für sich in Anspruch nehmen wollen, so müssen wir doch ganz nüchtern feststellen, dass sie alle, wenn es um unumstößliche Beweise geht, neben der katholischen Kirche äußerst erbärmlich dastehen. Die Wunder bei anderen Konfessionen und Religionen lassen sich meist sehr einfach leugnen oder sogar als Betrug entlarven. Die kirchlich anerkannten Wunder nicht. Wer hier genaueres nachlesen möchte, dem sei das Buch von F. Reckinger empfohlen: „Wenn Tote wieder leben.“

 

Vier Wesensmerkmale der wahren Kirche

So sehr diese Zeichen der Göttlichkeit der katholischen Kirche beeindrucken können, so treten sie dennoch nicht immer und überall in Erscheinung. Es gibt ein anderes Wunder, welches unser Herr der Menschheit ständig vor Augen gestellt hat, das noch größer ist, nämlich die katholische Kirche selbst. Die Kirche kann sich auch noch auf andere ihrem Wesen eigene Wunder stützen, welche einen klaren Beweis ihrer Göttlichkeit darstellen. Wir nennen sie im Glaubensbekenntnis: „unam, sanctam, catholicam, apostolicam  ecclesiam.“ Ich glaube an die „eine, heilige, katholische und apostolische Kirche“.

 

Einheit

Ein Irrtum kann tausend Gesichter haben. Die Wahrheit hingegen kann nur eine sein. So hat zum Beispiel eine mathematische Gleichung ein richtiges Ergebnis. Die Anzahl der falschen Ergebnisse hingegen ist schier unendlich. Während es bei den evangelischen Konfessionen an die 40 000 gibt, steht die katholische Kirche schon immer zu einem Glaubensbekenntnis, das für alle dasselbe ist, trotz aller Verschiedenheit der Völker und Kulturen, trotz der Verschiedenheit unzähliger Orden und Kongregationen und trotz aller Verschiedenheit der Ideologien, welche zu bestimmten Zeiten die Welt beherrschten. Diese Einheit ist ein beispielloses moralisches Wunder, welches ohne das beständige Wirken des Heiligen Geistes in dieser Institution unerklärlich ist. Der Grund für diese erstaunliche Einheit liegt aber in der Wahrheit.

 

Keine Einheit ohne Wahrheit

Wenn die Kirche eine ist, dann, weil von ihr das Licht der Wahrheit erstrahlt. Die Wahrheit ist aber unser Herr Jesus Christus, von dem der einzige Glaube ausgeht. „Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe“ (Eph 4,5). Der Glaube verbindet die Glieder der Kirche untereinander und mit dem Haupt. Er ist so wesentlich, dass man sagen kann: wenn der Glaube in der Kirche erlischt, gibt es keine Kirche mehr.

Es gäbe auch keine Verbindung mehr zwischen Gott und den Menschen. Christus muss deshalb garantieren, dass der Glaube der Kirche nicht verlorengeht, denn sonst hätten die Pforten der Hölle sie überwältigt. Er garantiert dies durch die Sendung des Heiligen Geistes, dem Geist der Wahrheit. Der Geist der Wahrheit wird somit immer in der Kirche leuchten. 

 

Mit priesterlichem Segensgruß

P. Andreas Jeindl